Deutscher Gewerkschaftsbund

10.02.2015

Der Wunsch nach einer gerechten Welt

Auf die Frage, wie eine Welt ohne Gewerkschaften aussähe, antwortet Pia Hainer: „Ein Blick in die Geschichte der Arbeiterbewegung zeigt, dass die ungehemmte Ausbeutung des Menschen eine schlagkräftige Gewerkschaft notwendig macht.“ Diese Antwort scheint sich wie ein roter Faden durch Pias Biografie zu ziehen.

Gewerkschaftsmitglied ist die 57Jährige seit 1974. „Mit 16 Jahren, direkt nach meinem Schulabschluss, fing ich bei Telekom in Fulda an. 90 Prozent meiner Kollegen waren Mitglied der Postgewerkschaft, also bin auch ich in die Gewerkschaft eingetreten.“ Nach einem kurzen Grundlehrgang fing Pia in der Fernsprechauskunft an. Die Arbeit war eintönig, im Schichtdienst und rund um die Uhr. Sie war zudem mit einem hohen Leistungsdruck verbunden.

„Damals startete die Gewerkschaftsjugend die Kampagne Macht Stifte mit Köpfen. Erst da wurde mir bewusst, dass ich eine Angestellte ohne anerkannte Ausbildung nach dem Berufsbildungsgesetz war.“ In der Folgezeit spitzten sich die Arbeitsbedingungen in der Abteilung immer mehr zu. Der Chef ließ keine Gelegenheit aus, den Druck zu erhöhen. Nach einer heimlichen Telefonüberwachung der Beschäftigten, mahnte er mehrere Kolleginnen ab, darunter auch Pia. „Ich erfuhr in dieser Zeit eine große Unterstützung durch die Gewerkschaft und den Betriebsrat.“ Die Kolleginnen klagten und bekamen nach einem Verfahren vor dem Arbeitsgericht Recht. Die Abmahnungen mussten zurückgenommen werden. Seitdem ist Pia gewerkschaftlich aktiv.

Doch der 57Jährige ist nicht nur das betriebliche Engagement wichtig. Gewerkschaften haben in ihren Augen auch einen gesellschaftspolitischen Auftrag. „Neben der betrieblichen Arbeit halte ich es für unsere zwingende Aufgabe für soziale Gerechtigkeit, für Frieden und Völkerverständigung zu kämpfen.“ Und nicht selten treibt sie dabei die Sorge um, dass neoliberalen Politikprojekten wie der Verlängerung der Lebensarbeitszeit, dem Abbau des Rentensystems, der Ausweitung prekärer Beschäftigung, der Privatisierung und dem Abbau der Daseinsvorsorge nicht genug entgegengesetzt wird. „Als Gewerkschaften müssen wir in diesen Fragen wieder stärker in die Offensive kommen“. Für die Zukunft wünscht sich Pia eine friedliche, gerechte und freie Welt. Und wer sie kennt, wird keinen Augenblick daran zweifeln, dass sie alles daransetzen wird, an der Verwirklichung dieses Wunsches mitzuwirken.


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