Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 2012_016 - 23.07.2012

DGB Offenbach: Beschäftigte haben immer noch hohes Entlassungsrisiko

9.485 Beschäftigte im Landkreis Offenbach haben nach Berechnungen des DGB im vergangenen Jahr ihren regulären Job verloren und sind arbeitslos geworden. Sie mussten sich unmittelbar nach einer sozialversicherten Beschäftigung arbeitslos melden.

 

„Trotz guter Konjunktur und steigender Klagen von Unternehmen über Fachkräftemangel hat gut jeder/jede achte sozialversichert Beschäftigte in Offenbach in 2011 den Job verloren“, so Jennifer Weißenbrunner,  DGB-Vorsitzende in Offenbach. Im Jahresschnitt wurden 103.803 sozialversichert Beschäftigte gezählt. Gemessen daran sind im Laufe des Jahres 2011 in Offenbach rund 9 Prozent der Beschäftigten arbeitslos geworden. In einigen Branchen werde immer noch zu wenig getan, um Fachkräfte zu halten und ihnen gute und stabile Beschäftigungschancen zu eröffnen. Auch der gestiegene Anteil befristeter Arbeitsverhältnisse zeige, dass die Konkurrenz der Betriebe um gute Fachkräfte längst nicht überall sehr intensiv sein kann, so die gewerkschaftliche Kritik. Bundesweit sei fast jede zweite Neueinstellung befristet. Bei einem wirklichen Mangel würde man einen sorgsamen Umgang der Betriebe mit Beschäftigten erkennen.

 

Vor allem zwischen den Branchen gebe es deutliche Unterschiede in der Personalpolitik und der Stabilität der Arbeitsverhältnisse. So sei das Entlassungsrisiko im verarbeitenden Gewerbe auch in Offenbach deutlich niedriger als in anderen Branchen. Dabei muss sich diese Branche – aufgrund des hohen Exportanteils – der internationalen Konkurrenz in besonderer Weise stellen. In dieser Branche sind im letzten Jahr 811 Beschäftigte arbeitslos geworden, bei einem Beschäftigungsstand von im Schnitt 20.071 sozialversichert Tätigen. In anderen – stärker auf die Nachfrage in unserer Stadt ausgerichteten Wirtschaftszweigen – ist das Risiko des Arbeitsplatzverlustes deutlich höher. Allein im Gastgewerbe haben in 2011 523 Arbeitskräfte den Job verloren. Jeder sechste sozialversicherte Beschäftigte hat bei einem durchschnittlichen Beschäftigungsstand von 3.657 Beschäftigten somit seinen Job verloren. Das Entlassungsrisiko im Gastgewerbe ist überdurchschnittlich hoch und zwar mehr als doppelt so hoch wie im Schnitt aller Branchen. Im Gastgewerbe spielen Befristungen eine sehr große Rolle. In der Leiharbeit ist das Arbeitsplatzrisiko noch höher. Hier ist innerhalb eines Jahres bereits mehr als jede zweite Leiharbeitskraft arbeitslos geworden. Das Risiko der Arbeitslosigkeit ist für beschäftigte Leiharbeitskräfte damit mehr als drei Mal höher als für Beschäftigte in Offenbach insgesamt. Diese absolut hohe Personalfluktuation zeigt, dass Heuern und Feuern im Verleihgewerbe immer noch an der Tagesordnung ist und Verleiher personalpolitische Risiken schnell auf die Sozialsysteme verlagern. „Instabile und prekäre Beschäftigung tragen nicht zum Abbau eines Fachkräftemangels bei, sondern verschärfen ihn eher“, so Weißenbrunner.

Tabelle 1:

Sozialversichert Beschäftigte und Arbeitslosigkeit nach Beschäftigung
in der Stadt Offenbach 2011

 

 

Zugang in Arbeitslosigkeit nach sozialversicherter Beschäftigung

am 1. Arbeitsmarkt

 

Sozialversichert Beschäftigte

Jahresschnitt 2011

Insgesamt

Zugang in ALO je 100 sozialvers. Beschäftigte

Ø    Verarbeitendes Gewerbe

20.071

811

4,0

Ø    Gastgewerbe

3.657

523

14,3

Ø    Verleihgewerbe

1.502

1.167

77,7

Ø    Insgesamt

103.803

9.485

9,1

Quelle: Berechnungen des DGB auf Basis der BA-Beschäftigtenstatistik sowie einer gewerkschaftlichen Sonderauswertung der BA-Zugangsstatistik in Arbeitslosigkei

 

 

DGB Offenbach: Beschäftigte haben immer noch hohes Entlassungsrisiko

5346 Beschäftigte in der Stadt Offenbach haben nach Berechnungen des DGB im vergangenen Jahr ihren regulären Job verloren und sind arbeitslos geworden. Sie mussten sich unmittelbar nach einer sozialversicherten Beschäftigung arbeitslos melden.

 

„Trotz guter Konjunktur und steigender Klagen von Unternehmen über Fachkräftemangel hat gut jeder/jede achte sozialversichert Beschäftigte in Offenbach in 2011 den Job verloren“, so Tiny Hobbs, stellvertretender DGB-Vorsitzender in Offenbach. Im Jahresschnitt wurden 45.351 sozialversichert Beschäftigte gezählt. Gemessen daran sind im Laufe des Jahres 2011 in Offenbach rund 12 Prozent der Beschäftigten arbeitslos geworden. In einigen Branchen werde immer noch zu wenig getan, um Fachkräfte zu halten und ihnen gute und stabile Beschäftigungschancen zu eröffnen. Auch der gestiegene Anteil befristeter Arbeitsverhältnisse zeige, dass die Konkurrenz der Betriebe um gute Fachkräfte längst nicht überall sehr intensiv sein kann, so die gewerkschaftliche Kritik. Bundesweit sei fast jede zweite Neueinstellung befristet. Bei einem wirklichen Mangel würde man einen sorgsamen Umgang der Betriebe mit Beschäftigten erkennen.

 

Vor allem zwischen den Branchen gebe es deutliche Unterschiede in der Personalpolitik und der Stabilität der Arbeitsverhältnisse. So sei das Entlassungsrisiko im verarbeitenden Gewerbe auch in Offenbach deutlich niedriger als in anderen Branchen. Dabei muss sich diese Branche – aufgrund des hohen Exportanteils – der internationalen Konkurrenz in besonderer Weise stellen. In dieser Branche sind im letzten Jahr 259 Beschäftigte arbeitslos geworden, bei einem Beschäftigungsstand von im Schnitt 7.231 sozialversichert Tätigen. In anderen – stärker auf die Nachfrage in unserer Stadt ausgerichteten Wirtschaftszweigen – ist das Risiko des Arbeitsplatzverlustes deutlich höher. Allein im Gastgewerbe haben in 2011 329 Arbeitskräfte den Job verloren. Jeder dritte sozialversicherte Beschäftigte hat bei einem durchschnittlichen Beschäftigungsstand von 1.118 somit seinen Job verloren. Das Entlassungsrisiko im Gastgewerbe ist überdurchschnittlich hoch und zwar mehr als doppelt so hoch wie im Schnitt aller Branchen. Im Gastgewerbe spielen Befristungen eine sehr große Rolle. In der Leiharbeit ist das Arbeitsplatzrisiko noch höher. Hier ist innerhalb eines Jahres bereits mehr als jede zweite Leiharbeitskraft arbeitslos geworden. Das Risiko der Arbeitslosigkeit ist für beschäftigte Leiharbeitskräfte damit mehr als drei Mal höher als für Beschäftigte in Offenbach insgesamt. Diese absolut hohe Personalfluktuation zeigt, dass Heuern und Feuern im Verleihgewerbe immer noch an der Tagesordnung ist und Verleiher personalpolitische Risiken schnell auf die Sozialsysteme verlagern. „Instabile und prekäre Beschäftigung tragen nicht zum Abbau eines Fachkräftemangels bei, sondern verschärfen ihn eher“, so Hobbs.

Tabelle 1:

Sozialversichert Beschäftigte und Arbeitslosigkeit nach Beschäftigung
in der Stadt Offenbach 2011

 

 

Zugang in Arbeitslosigkeit nach sozialversicherter Beschäftigung

am 1. Arbeitsmarkt

 

Sozialversichert Beschäftigte

Jahresschnitt 2011

Insgesamt

Zugang in ALO je 100 sozialvers. Beschäftigte

Ø    Verarbeitendes Gewerbe

7.231

259

3,5

Ø    Gastgewerbe

1.118

329

29,4

Ø    Verleihgewerbe

2.610

999

38,3

Ø    Insgesamt

45.351

5.346

11,8

Quelle: Berechnungen des DGB auf Basis der BA-Beschäftigtenstatistik sowie einer gewerkschaftlichen Sonderauswertung der BA-Zugangsstatistik in Arbeitslosigkeit.

 


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