Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 2018_084 - 22.11.2018

12 rumänische Bauarbeiter warten seit 6 Monaten auf ihren Lohn – Aufruf zur Kundgebung

Kundgebung

Foto: DGB

 Im Juni 2018 wandten sich 12 rumänische Bauarbeiter an unsere Beratungsstelle (Europäischer Verein für Wanderarbeiterfragen/Projekt Faire Mobilität) und an die IG BAU Region Hessen. Sie hätten für ihre Arbeit auf unterschiedlichen Baustellen im Rhein-Main Gebiet den Lohn nicht erhalten. Ihre Forderungen beziehen sich auf die Monate April, Mai und Juni 2018. In dieser Zeit haben sie auf unterschiedlichen Baustellen gearbeitet. Wöchentlich haben sie bis zu 55 Stunde gearbeitet.

Der Arbeitgeber weigert sich den Lohn zu zahlen. Um sich vor den Ermittlungen staatlicher Behörden zu schützen, wurden lediglich kleinere Beträge an die rumänischen Bauarbeiter überwiesen. Nach dem deutschen Arbeitnehmerentsendegesetz haftet der Generalunternehmer gegenüber den Arbeitern seiner Nachunternehmer für deren Nettolohn. Der Generalunternehmer – eine traditionsreiche Offenbacher Bauunternehmung – hat sich in diesem Fall von seinem Nachunternehmer Unterlagen vorlegen lassen, aus denen scheinbar ersichtlich wurde, dass es berechtigte Zweifel an der Seriosität der Firma gebe. Trotzdem mauert die Offenbacher Firma und weist die Forderungen der rumänischen Bauarbeiter zurück, diese könnten weder nachweisen, dass sie auf den Baustellen gearbeitet hätten, noch könnten sie den Umfang ihrer Tätigkeiten belegen.

Es kommt selten genug vor, dass betrogene Wanderarbeiter bei Lohnausfall ihre Forderungen auch gegen die großen Generalunternehmen richten. Umso routinierter fallen die Generalunternehmen aus allen Wolken, wenn sie davon hören, dass auf ihren Baustellen betrogen wird. Bei Subunternehmen beschäftigte osteuropäische Bauarbeiter sind diejenigen die am meisten unter den Zuständen auf deutschen Baustellen zu leiden haben. Sie werden schon wenn alles gut geht und sie nicht um ihren Lohn betrogen werden, um Urlaubs-, Renten- sowie Kranken- und Verletztengeldansprüche geprellt. Ihre Arbeitgeber wechseln im Jahr häufig mehrmals, Verträge und Lohnabrechnungen werden oft nicht ausgehändigt. Schließlich sollen sie mit ihrem mit harter Arbeit verdienten Lohn haften, wenn der Betrug der Subunternehmer auffliegt. Auf gerichtlichem Wege haben sie kaum eine Chance ihre Ansprüche durchzusetzen.

Die Gruppe der 12 rumänischen Bauarbeiter hat auf Baustellen für Wohnungen und für eine Kinderkrippe gearbeitet. Ohne sie wäre die Situation auf dem deutschen Wohnungsmarkt noch erheblich angespannter. Die Wartezeiten auf einen Platz in der Kindergrippe wären wohl noch länger als sie ohnehin schon sind. Für ihre Arbeit verdienen sie Respekt und nicht, dass ihre Rechte mit Füßen getreten werden. Aus diesem Grund werden der Europäische Verein für Wanderarbeiterfragen/Projekt Faire Mobilität gemeinsam mit der IG BAU Region Hessen und dem DGB-Region Südosthessen protestieren:

am Sonntag, 25.11.2018

um 13 Uhr

vor den Toren der Firma F.W. Müller in Offenbach (Merianstraße 31)

Interessierte Vereine, Gruppen und Initiativen sind eingeladen sich am Protest zu beteiligen. Unterstützung in Form von Redebeiträgen, Bannern oder Fahnen ist gerne gesehen.


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