Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 2019_26 - 24.10.2019

IG Metall Hanau-Fulda und DGB Südosthessen: Tarifbindung in Osthessen stärken!

Die IG Metall Hanau-Fulda startet unter dem Motto „MehrWert mit Tarif – in Osthessen“ eine Initiative zur Stärkung der Tarifbindung in der osthessischen Metall- und Elektroindustrie. Statistischen Erhebungen der Bundesagentur für Arbeit zufolge erhalten osthessische Beschäftigte in der Metall- und Elektroindustrie durchschnittlich fast 19 % Prozent weniger als im hessischen Durchschnitt. Aktuelle Recherchen der IG Metall Hanau-Fulda gehen sogar von einem Abstand bis zu 30 Prozent zu den üblichen tariflichen Bedingungen der Branche in den osthessischen Betrieben aus. „Für diese Ungerechtigkeit gibt es keinerlei objektive Begründung. Sie ist auch nicht mit der geografischen und wirtschaftlichen Lage der Region zu erklären. Darüber hinaus herrscht faktisch Vollbeschäftigung in der Region und Fachkräfte werden dringend gesucht“, erklärt Robert Weißenbrunner von der IG Metall Hanau-Fulda. Deshalb gilt es jetzt gemeinsam mit den Beschäftigten die Tarifbindung in den osthessischen Betrieben zu erhöhen. In den letzten Monaten wurden hierzu verschiedene Materialien entwickelt, um auf die beschriebene Ungerechtigkeit aufmerksam zu machen und Wege zur Tarifbindung aufzuzeigen. Link IG Metall zu Seite

Der DGB Südosthessen begrüßt und unterstützt die IG Metall-Kampagne: „Im Rahmen des DGB-Zukunftsdialogs wird jetzt das Thema Tarifbindung in den Vordergrund gestellt“ erklärt Kathrin Harth vom DGB Südosthessen Link zu DGB-Zukunftsdialog. Ein wichtiger Grund für geringe oder sinkende Tarifbindung ist branchenübergreifend die Ausweitung atypischer Beschäftigung (Teilzeitarbeit, Mini-Jobs und Leiharbeit). Im Landkreis Fulda beträgt sie nach Angaben des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI 2017) der Hans-Böckler-Stiftung circa 40 Prozent an der Gesamtbeschäftigung. „Für die Gestaltung guter Arbeit ist auch in Zukunft elementar, dass Tarifverträge überall Wirkung entfalten und dass möglichst viele Beschäftigte und Unternehmen an einen Tarifvertrag gebunden sind.“ so Harth. Deshalb gilt es für den DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften die Tarifbindung im Rahmen der Sozialpartnerschaft zu stärken. Hierzu sind aber auch verbesserte gesetzliche Rahmenbedingungen und deren Kontrolle sowie Tariftreue in der öffentlichen Auftragsvergabe nötig. Die Möglichkeit von OT-Mitgliedschaften in Arbeitgeberverbänden sowie das Vetorecht der Arbeitgeberseite bei Allgemeinverbindlichkeitserklärungen von Tarifverträgen müssen eingeschränkt werden. Mittels kommunaler Vergaberichtlinien, die gute Arbeit fördern, soll den Schwächen des Hessischen Vergabe- und Tariftreuegesetzes entgegengewirkt werden – hierzu gilt es in Dialog mit der Politik vor Ort zu treten!

 


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Zukunftsdialog
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Foto: Ulrike Eifler
Das ist das Konzept des Antifaschistischen Stadtführers, den der DGB für die Stadt Hanau erstellt hat. Er erscheint ab April. Ab Sommer werden Antifaschistische Stadtrundgänge angeboten.
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