Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 2020_015 - 28.04.2020

Solidarisch ist man nicht alleine! Digitaler 1. Mai 2020

Zum ersten Mal seit der Gründung des Deutschen Gewerkschaftsbundes 1949 wird es 2020 keine Demos und Kundgebungen auf Straßen und Plätzen zum Tag der Arbeit geben. Denn in Zeiten von Corona heißt Solidarität: mit Anstand Abstand halten. Trotzdem werden die Gewerkschaften am 1. Mai Gemeinsamkeit, Stärke und Solidarität demonstrieren: Ab 11 Uhr plant der DGB eine Livesendung auf seinen Webseiten, auf Facebook und Youtube. Mit politischen Gesprächsrunden und Reden, Beiträgen aus unterschiedlichen Betrieben und Regionen und Acts wie MiA, Konstantin Wecker, Ute Lemper, Jocelyn B. Smith oder Heinz Rudolf Kunze wird eine digitale Mischung aus Politik und Kultur geboten. Unter dem Motto „Was bedeutet Solidarität für dich?“ ruft der DGB dazu auf Fotos und Videos hochzuladen und unter dem Hashtag #SolidarischNichtAlleine zu verbreiten.

Der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften hatten sich früh entschieden, am 1. Mai keine Großkundgebungen auf Straßen und Plätzen zu veranstalten. Klaus Ditzel, Vorsitzender des DGB Main-Kinzig: „Diese Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen, aber wir halten sie nach wie vor für die richtige. Der Gesundheitsschutz unserer Kolleginnen und Kollegen geht vor. Und auch wenn der DGB seit 1949 zu Demonstrationen am 1. Mai aufruft, so treiben wir auch stets Neues in Politik und Gesellschaft voran. Warum dann nicht auch den Tag der Arbeit unter diesen Umständen neu erfinden? Trotzdem bin ich mir sicher, wir werden im nächsten Jahr wieder laut, stark und mit vielen, vielen Kolleginnen und Kollegen auf der Straße sein. Vielleicht zusätzlich mit Livestream. Wer weiß?“

Themen gebe es genug. Viele Betriebe in der Region seien derzeit in Kurzarbeit. Vor allem in nicht tarifgebundenen Unternehmen treffe das die Beschäftigten hart. Die aktuell beschlossene Erhöhung des Kurzarbeitergeldes sei ein Anfang und vor allem auch durch den Einsatz der Gewerkschaften erreicht worden. Darüber hinaus zeige die Coronakrise, wie fragil mühsam erkämpfte Rechte für Beschäftigte seien. Ditzel weiter: „Da werden Dinge in Frage gestellt, die die Gewerkschaften mühevoll durchgesetzt haben. Höchstarbeitszeit, Ruhezeit und Arbeitsschutz sind nur einige Beispiele. Auch im Krisenmodus müssen wir dafür sorgen, dass die Beschäftigten nicht unter die Räder kommen. Wir müssen klar machen, dass es aktuell die Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben sind, die an vorderster Front gegen dieses Virus kämpfen. Die verdienen eine gerechte Bezahlung und gute Arbeitsbedingungen.“

Es sei an der Zeit den Danksagungen in den Sonntagsreden Taten folgen zu lassen und beispielsweise im Gesundheitssystem die Löhne drastisch zu erhöhen und die Arbeitsbelastungen zu senken. „Wenn wir aus der Coronakrise jetzt schon was gelernt haben dann, dass sich „Systemrelevanz“ zukünftig in der Bezahlung widerspiegeln sollte.“


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