Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 2019_012 - 18.06.2019

Bildungsurlaub der DGB-Jugend auf Kreta

In einem fünftägigen Bildungsurlaub der DGB-Jugend haben sich junge Gewerkschafter*innen mit der deutschen Besatzung auf Kreta beschäftigt.

Im Mai 1941 besetzten deutsche Soldaten die griechische Mittelmeerinsel. Im Verlauf der Besatzung kam es immer wieder zu Massakern und anderen Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung. Die Folgen der Besatzung sind noch heute erfahrbar. Das Gedenken der Menschen vor Ort steht unverbunden neben dem der deutschen Veteranen.

 

Kreta

Foto: DGB

Auch für Teilnehmende, die sich schon intensiv mit der Geschichte des Nationalsozialismus und des zweiten Weltkriegs beschäftigt hatten, war die Besatzungsgeschichte Kretas neu. Umso bedrückender waren die Berichte von Massakern, die die Wehrmacht auf der Insel verübt hat. Auf einer Bustour besuchte die Reisegruppe verschiedene Orte des Gedenkens an die Opfer der Besatzung – unscheinbare Gedenkorte, die der lokalen Bevölkerung zur Erinnerung dienen, für Außenstehende aber wenig Anhaltspunkte bieten, was geschehen ist. Der deutsche Soldatenfriedhof ist dagegen ein großes blumengeschmücktes Gräberfeld und in der begleitenden Ausstellung wird das Leid der Griech*innen weitgehend übergangen.

Die Auseinandersetzung mit der Geschichte blieb aber nicht in der Vergangenheit stehen. In Chania, der Stadt, wo die Gruppe untergekommen ist, klaffen immer noch die Lücken, die durch die deutsche Bombardierung gerissen wurden. Während die Bundesrepublik keine nennenswerte Entschädigung oder Hilfe zum Wiederaufbau leistete, wurden die Verbrechen, die die deutsche Wehrmacht auf Kreta verübte auf Drängen der deutschen Regierung nie verfolgt. Ein weiterer Bezug zur Gegenwart, der in der Diskussion zur Sprache kam, war der Zwangskredit, den der griechische Staat unter den Nazis leisten musste, bei dem die Bundesrepublik Deutschland die Rückzahlung verweigert. Über Fragen nach dem eigenen Erinnern und Gedenken, setzten sich die Teilnehmenden auch ganz persönlich mit dem Thema auseinander und reflektierten die Unterschiedlichkeit innerhalb der Gruppe und das eigene Griechenlandbild.

Geleitet wurde die Reise von Engagierten der DGB-Jugend, die das Programm entworfen haben und in weiten Teilen angeleitet haben. Unterstützt wurden sie durch den Künstler Konstantin Fischer, der seit drei Jahrzehnten auf der Insel lebt und sich intensiv mit ihrer Geschichte auseinandersetzt.

www.konstantin-fischer-hania.com

 

 


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