Deutscher Gewerkschaftsbund

11.02.2015

Mit Gewerkschaften das Kämpfen lernen

Samiye Aydogmus ist seit über 25 Jahren Mitglied der IG Metall. Sie arbeitet bei Magna und kontrolliert Produktionsabläufe. Gewerkschaftlicher Rückhalt und das Betriebsverfassungsgesetz haben ihr dabei geholfen, ihre Rechte durchzusetzen. 

„Mir war damals aufgefallen, dass mein Arbeitsplatz nicht ordnungsgemäß ausgestattet war. Ich bin zu meinem Bereichsleiter und habe ihn mit Blick auf das Betriebsverfassungsgesetz darauf aufmerksam gemacht. Ich sagte ihm, dass ich so lange hier sitzen bleiben werde, bis die Mängel beseitigt sind.“ Angst vor Konsequenzen hatte sie nicht, denn sie kannte ihre Rechte. Und schließlich setzte sie sich durch. „Das war ein tolles Gefühl. Mit den Gewerkschaften habe ich das Kämpfen gelernt.“ 

Aber natürlich sieht auch Samiye, wie sehr sich Gewerkschaftsarbeit in den letzten Jahren verändert hat. Die Prekarisierung der Arbeitswelt durch Leiharbeit, Befristung und Niedriglohn macht in ihren Augen aber die Gewerkschaftsarbeit und die Arbeit in den Betrieben wichtiger denn je. Eine gezielte Ansprache der Kollegen und sichtbare Aktionen vor Ort können dabei helfen, Kollegen für Gewerkschaftsarbeit zu begeistern. Dass das wichtig ist, ist für Samiye sonnenklar. Ohne Gewerkschaften gäbe es sofort Verschärfungen in diversen Bereichen der Arbeitswelt. Beispielsweise in der Frage von Kündigungsschutz, von Betriebsrente, guten Löhnen, Schutz von älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern oder der Ausweitung befristeter Arbeitsverträge. Alle Dämme würden brechen. Eine Arbeitswelt ohne Gewerkschaften will sie sich daher lieber nicht vorstellen. „Ich bin dankbar, dass mich in vielen schwierigen Situationen die Gewerkschaftsfamilie unterstützt und aufgefangen hat.“ 

Für die Zukunft wünscht sich Samiye dann aber – gewohnt kämpferisch – doch noch etwas: „Dass in einer globalisierten Welt die Gewerkschaften stärker länderübergreifend zusammenarbeiten und sich nicht gegeneinander ausspielen lassen. Dem Totschlagargument der Standortverlagerung muss gewerkschaftlich endlich begegnet werden.“


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