Deutscher Gewerkschaftsbund

11.02.2015

Wer nichts verändern will, wird verlieren, was er bewahren möchte

Wenn die IG Metall in Tarifrunden zu Warnstreiks aufruft, dann ist auch Rico Sosnowski dabei. Der 35Jährige Hünfelder arbeitet bei dem osthessischen Hartmetallhersteller Element Six. 330 Beschäftigte am Standort.

2003 hat er in dem Betrieb angefangen, keine drei Jahre später wurde er Mitglied der IG Metall. Ein damaliger Betriebsrat hatte ihn darauf angesprochen und Rico hatte nicht lange gezögert. Fragt man ihn nach dem Grund, kommt die Antwort schnell und gerade heraus: „Weil ich überzeugt davon bin, dass Arbeitnehmer sich organisieren sollten. Die Gegenseite tut das ja schließlich auch und nicht ohne Grund.“

Anfang des Jahres begann die jüngste Tarifrunde der IG Metall. Neben einer Bildungs- und Altersteilzeit forderten die Kollegen 5,5 Prozent mehr Lohn. Wenn man bedenkt, dass die Kommunen im Zuge der klammen Haushalte überall in Hessen, Gebühren erhöhen und Leistungen einschränken, sind diese Forderungen mehr als gerechtfertigt. Zudem ist gerade die Metallindustrie ein wichtiges Standbein der Exportindustrie, die seit Jahren Gewinne abschöpft. Auch in der jüngsten Tarifrunde war es den Kollegen wichtig, mit Warnstreiks dem Arbeitgebern zu signalisieren, dass auch sie an den Gewinnen und Überschüssen beteiligt werden wollen.

Für Rico ist es eine Selbstverständlichkeit, sich an den Warnstreiks zu beteiligen. Seit 2011 macht er sich als Betriebsratsmitglied für die Belange seiner Kollegen stark. Er weiß, dass Arbeitgeber Lohnerhöhungen nicht freiwillig zahlen. Die Kollegen müssen gemeinsam vors Werktor ziehen und sich Schulter an Schulter für ihre Forderung stark machen.

Dass dabei die Gewerkschaft als Organisator absolut notwendig ist, weiß Rico längst. „Gewerkschaften sind der Gegenpol zu den Arbeitgeberverbänden. Und sie geben den Arbeitnehmern und Betriebsräten in den Betrieben großen Rückhalt. Man bekommt zudem Rechtsauskünfte und Rechtsbeistand. Gewerkschaftliche Unterstützung kann vieles erleichtern. Und nicht zuletzt vertreten Gewerkschaften die Interessen der Arbeitnehmer in allen Bereichen unserer Gesellschaft.“

Eine Welt ohne Gewerkschaft will Ricos sich darum lieber gar nicht vorstellen. „Sie wäre geprägt durch wesentlich schlechtere Arbeitsbedingungen, die 60-Stunden-Woche und Kinderarbeit. Wir Arbeitnehmer würden wahrscheinlich keinerlei Rechte haben und zu Hungerlöhnen arbeiten.“ Deshalb engagiert sich Rico nun schon seit ein paar Jahren. „Weil ich Ungerechtigkeit nicht ertragen kann und weil mir ein Zitat von Gustav Heinemann nicht mehr aus dem Kopf geht, der einmal gesagt hat: Wer nichts verändern will, wird auch das verlieren, was er bewahren möchte.“


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