Deutscher Gewerkschaftsbund

Ausstellungseröffnung

Hanau: „Vergessene“ Geschichte: Berufsverbote in Hessen

iCal Download

Im Januar 2017 jährte sich der sogenannte Radikalenerlass zum 45. Mal. Er wurde am 28. Januar 1972 von der Ministerpräsidentenkonferenz der Bundesländer beschlossen. 3,5 Millionen Bewerber/innen und Beschäftigte des öffentlichen Dienstes wurden daraufhin vom Verfassungsschutz auf ihre „politische Zuverlässigkeit“ durchleuchtet.

 

 

Vergessene Geschichte

Foto: DGB

 

Der Radikalenerlass führte zum Berufsverbot für viele Menschen, die als Lehrerinnen und Lehrer, in der Sozialarbeit, als Post- oder Bahnbeschäftigte oder in der Rechtspflege tätig waren bzw. sich auf einen solchen Dienst vorbereiteten. Keinem einzelnen der vielen Betroffenen konnte vor Gericht jemals eine konkrete Verfehlung nachgewiesen werden. Trotzdem haben sich die Behörden bei keiner/keinem der Betroffenen jemals entschuldigt und niemand ist offiziell rehabilitiert worden! Der Niedersächsische Landtag hat auf Antrag der Linkspartei mit den Stimmen von SPD und Grünen eine Beauftragte eingesetzt, die die Rehabilitierung der einzelnen Betroffenen überprüfen und vorschlagen soll. Der Hessische Landtag dagegen hat einen vergleichbaren Antrag mit den Stimmen von CDU und Grünen abgelehnt!

Wir wollen mit der Ausstellung an dieses Kapitel in der Geschichte der Bundesrepublik erinnern, danach fragen, wie das damals eigentlich war und dafür Zeitzeugen aus dem Main-Kinzig-Kreis zu Wort kommen lassen.

Begrüßung: Ulrike Eifler

Zeitzeugen berichten: Axel Seiderer und Manfred Wagner

Für die musikalische Umrahmung des Programms haben wir den Hanauer Gewerkschaftschor angefragt.

Die Ausstellung wird vom 4. bis zum 26. Mai in den Räumen des DGB Hanau, Willy-Brandt-Straße 23, 2. Stock zu sehen sein. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.


Nach oben