Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 2017_019 - 02.05.2017

Solidarität statt Spaltung

Das war der Titel einer Konferenz, die am 30. April in den Räumen des DGB stattfand. "Wir haben diese Konferenz organisiert, weil wir den Misstönen in der Zuwanderungsdebatte etwas entgegensetzen wollten", sagte Ulrike Eifler bei der Eröffnung vor gut 50 Teilnehmern. Und so sorgten bereits die beiden Referenten auf dem Auftaktpodium für einen umfassen Blick auf die Gesellschaft.

 

Solidarität statt spaltung

Foto: DGB

 

"Geflüchtete sind keine Opfer", sagte Thomas Gebauer, der Geschäftsführer von medico international. "Sie sind Menschen, die den Auswirkungen der Globalisierung etwas von unten entgegensetzen." Und der Vorsitzende der GEW Hessen, Jochen Nagel, regte an, soziale Gerechtigkeit nicht als einen festen Zustand zu betrachten, der nun in dies Krise geraten sei. Soziale Gerechtigkeit sei vielmehr ein Ziel, dem wir versuchen, global und national näherzukommen. Dazu komme man an einer Umverteilung der Vermögen nicht vorbei. Eine Umverteilung, die eigentlich eine Re-Umverteilung sei, weil die Vermögensverteilung weltweit immer mehr auseinandergehe und soziale Spaltung immer stärker zunehme.

Nach einer zweistündigen Workshopphase bildete die Diskussion mit der griechischen Gewerkschafterin Konstantina Kouneva den Höhepunkt der Konferenz. Sie berichtete anhand ihrer eigenen Biografie, dass man sich wehren müsse. So organisierte Kouneva, vor vielen Jahren aus Bulgarien nach Griechenland eingewandert, ihre Arbeitskolleginnen für die Basisgewerkschaft der Reinigungskräfte und sagte den schlechten Arbeitsbedingungen und der Leiharbeit den Kampf an. Von Arbeitgebern wurde sie als Unruhestifterin verunglimpft. 2008 bekam sie Besuch von Autragsschlägern, die sie mit Säure überschütteten. Kouneva setzte ihren Kampf für bessere Arbeitbedingungen unbeirrt fort und sitzt heute für SYRIZA im Europaparlament.

Den Abschluss der Konferenz bildete das Konzert mit Kai Degenhardt, das eine gelungene Mischung aus eigenen Liedern und Liedern seines Vaters Franz-Josef  Degenhardt war. Obwohl sich Kai Degenhardt musikalisch von seinem Vater emanzipierte und seinen eigenen Stil fand, bleibt Vater und Sohn gemein, dass sie sich selbstverständlich einmischen in die gesellschaftspolitischen Entwicklungen und musikalisch dazu ihre Meinung sagen.


Nach oben