Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 2015_017 - 09.03.2015

Tarifrunde: IG BCE hat einen langen Atem

Pausenaktion im Industriepark Wolfgang

Gut 500 Beschäftigte waren dem Aufruf der IG BCE im Industriepark Wolfgang gefolgt. In einer Pausenaktion auf dem Werksgelände machten sie sich für ihre Forderungen in der laufenden Tarifrunde stark: 4,8 Prozent mehr Lohn, 60 Euro mehr für die Azubis und die Weiterentwicklung des Demografietarifvertrages.

Tarifrunde IG BCE

Foto: IG BCE

Die Bezirksgeschäftsführerin der IG BCE, Beate Rohrig, zeigte sich verärgert über die Reaktion der Arbeitgeberseite. „Die Arbeitgeber haben immer noch kein Angebot auf den Tisch gelegt. Und das obwohl die Konjunktur auf einem hohen Niveau läuft. Es gibt einen Verteilungsspielraum und den wollen wir nutzen.“ Die Arbeitgeber begründeten ihr Vorgehen mit dem Satz, sie würden keinen „Harmonie-Bonus“ zahlen. „Wir wollen keine Almosen, sondern einen fairen und gerechten Anteil am Gewinn“, sagte Rohrig unter viel Applaus. „Dicke Dividenden für Aktionäre, üppige Bonuszahlungen für Manager und ein paar Cents für die Beschäftigten – das ist die Wunschvorstellung der Arbeitgeber. Die Gewinne werden aber von den Beschäftigten erarbeitet und das muss sich auch im Geldbeutel bemerkbar machen“, sagte Rohrig unter viel Applaus. 

Evonik-Betriebsrat Hussein Moussaoui ergänzte: „Wenn die Arbeitgeber sich nicht bewegen, dann werden wir unseren Forderungen Nachdruck verleihen. Vor den Toren, auf den Straßen und auf den Plätzen wird die IG BCE Flagge zeigen. Wenn die Arbeitgeber mit dem Feuer spielen, dann sollten sie mit uns rechnen. Wir sind kampfbereit und haben einen langen Atem.“ 

Auch aus Sicht des DGB sind die Tarifforderungen berechtigt. Geschäftsführerin Ulrike Eifler verwies auf die zahlreichen Gebührenerhöhungen und Leistungskürzungen auf kommunaler Ebene. „Es gibt hier in der Region Kommunen, die erhöhen ihre Kindergartengebühren um 50 Prozent. Was sind da 4,8 Prozent mehr Lohn, wenn die Kollegen für die Betreuung ihrer Kinder tiefer in die Tasche greifen müssen,“ so Eifler. Sie bekräftigte, dass der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften auch in dieser Tarifrunde solidarisch an der Seite der Beschäftigten stehen werden


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