Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 2017_024 - 11.05.2017

Kämpferischer 1. Mai mit gelebtem Motto: „Wir sind viele wir sind eins!“

Unter dem diesjährigen Motto Wir sind viele, wir sind eins, gingen am 1. Mai in Fulda über 1000 Menschen für gute Arbeit und eine gute Rente auf die Straße.

Diese Verdoppelung der Teilnehmerzahl im Vergleich zu den Vorjahren war u.a. dem Kampf der Coty Mitarbeiter für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze geschuldet. Diese waren unter dem aktuellen Motto mit einer beeindruckenden Menge von ca. 450 Kolleginnen und Kollegen bei strahlendem Sonnenschein zum 1. Mai in Fulda gekommen.

Die Teilnehmer wurden willkommen geheißen und kämpferisch auf die Demonstration eingestimmt durch den Kreisvorsitzenden Franz Georg Brandt. Anschließend marschierte der schier endlose Demozug unter Sambarhythmen der gewerkschaftlichen Trommlergruppe und Pfeifkonzert durch die Innenstadt. Hierbei fehlten jedoch überraschend 3 bis 4 namhafte Lokal- und Landespolitiker, welche den Medien noch kurz vorher noch ihre Solidarität mit den coty Beschäftigten versichert hatten.

Bei zwei Zwischenstopps gab es erste Informationen zur Situation bei Coty durch den Betriebsratsvorsitzenden Norbert Herr (IG BCE) sowie bei einem zweiten Halt auf dem Buttermarkt eine Schilderung der prekären Situation von Auszubildenden (insbesondere der Pflege) durch die Kollegin Carolin Hack (Ver.di)

Auf dem Festplatz in der Fuldaaue, welcher wie in jedem Jahr einem fröhlichen Festival mit Infoständen, Kinderbetreuung und Musik glich, erwarteten bereits eine große Anzahl von Kolleginnen und Kollegen den Demonstrationszug mit Spannung. 

Nach der Begrüßung vor Ort durch den Kreisvorsitzenden hielt der neue DGB Organisationssekretär Rolf Müller seine betont kämpferische, stark regional gefärbte 1. Mairede in welcher er unter anderem auf die Aushöhlung der Rechte von Betriebsräten bei Betriebsübergängen einging und den lokalen Politikgrößen vorwarf viel zu lange mit der Billiglohnregion Osthessen Werbung gemacht zu haben. Dies räche sich jetzt und bedeute für viele Menschen in der Region jetzt und zukünftig Altersarmut. Dies sei eine echte Schande für den Landkreis. Er drohte damit, zukünftig wieder Unternehmen, die sich nicht an die Regeln halten „an den Pranger zu stellen“.

Anschließend schilderte der Betriebsratsvorsitzende der Coty in Hünfeld eindringlich die akute Bedrohung von 340 Arbeitsplätzen durch Entscheidungen einer anonymen Unternehmensleitung im Ausland und forderte die Unterstützung der Politik um die Arbeitsplätze wenn möglich zu sichern.

Zwischen den Redebeiträgen wurde das ganze aufgelockert mit leidenschaftlich interpretierte Arbeiter- und Rocksongs durch den bekannten Singer- Songwriter mit gewerkschaftlichem Hintergrund Andreas Wetter mit Sängerin Sandra K.

Zum Abschluß gab es noch ein leidenschaftliches Statement des Gesichtes des Bündnisses „Fulda stellt sich quer“ Andreas Goerke, gegen Rassismus und wiedererwachende Fremdenfeindlichkeit im Landkreis.

Mit dem nötigen Quentchen Glück hielt auch das Wetter bis zum späten Nachmittag und so gehen viele Teilnehmer im nächsten Jahr von einer erneuten Verdoppelung der Teilnehmerzahl aus…


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